Gewaltfreie Kommunikation & Buddhismus

Giraffe schau in die Innere Welt

Es ist unsere Natur, Geben und Nehmen mitfühlend zu genießen.
Wir haben jedoch viele Formen lebensentfremdender Kommunikation gelernt, die uns dazu verleitet, auf eine Weise zu sprechen und uns zu verhalten, die andere und uns selbst verletzt.
(Marshall Rosenberg)


Gewaltfreie Kommunikation (GfK), auch wertschätzende Kommunikation genannt, ist eine Kommunikationsmethode, die vom Amerikaner Marshall Rosenberg Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre entwicklt wurde und die weltweit zur Anwendung kommt. Es handelt sich dabei nur jedoch vordergründig um eine reine Kommunikationsmethode. Durch die ihr eigenen Kennzeichen wie Authentizität, Achtsamkeit und Empathie verändert diese Methode auch unser Denken, Weltsicht und Präsenz hin zu einer mitfühlenderen und ganzheitlichen Beziehung zur Welt und zu unseren Mitmenschen.
Eigentlich ist der Begriff "gewaltfrei" etwas missverständlich und vielleicht sogar abschreckend, weil wir uns i.d.R. nicht als gewalttätig empfinden. Er hat sich jedoch einbegürgert, da uns in westlichen Sprachen kein optimaler Begriff für das Sanskrit-Wort Ahimsa zu Verfügung steht. An dieser ethischen Grundhaltung Mahatma Gandhis, Ahimsa = Gewaltlosigkeit genannt, hatte sich Marshall Rosenberg orientiert.
Die Gewaltfreie Kommunikation geht davon aus, dass Menschen es genießen, zu geben und einen Beitrag zu leisten, sobald sie sich gesehen, gehört, akzeptiert und sicher fühlen. Die praktische Grundfragen im zwischenmenschlichen Kontakt und sogar in Beziehung zu sich selbst lauten deshalb immer wieder:
Was ist gerade lebendig - in mir und in meinem Gegenüber?
Wie und aus welcher Motivation, möchte ich, dass mein Gegenüber mir begegnet?
Was kann ich tun, um dein und mein Leben wundervoll zu machen?
Was brauche ich, um mein eigenes Leben wundervoll zu machen?

Eine Kommunikation und Beziehungsgestaltung, die diese Fragen positiv beantwortet und umsetzt, ist somit das Ziel der GfK. Wir lernen die "Giraffensprache" zu sprechen statt im Gegensatz dazu, weiterhin die "Wolfssprache" anzuwenden - unsere gewöhnliche Alltagssprache. Mit der (ver-)urteilenden Wolfsprache versuchen wir, uns selbst zu behaupten, indem wir andere (und unser Innerstes) dominieren und die Welt in gut und schlecht einzuteilen. GfK ist ein Weg aus dieser Gewohnheit: Kontakt-fördernd, Verbindungs-stiftend und empathisch.
Es ist die Anwendung des GfK-Kommunikationsschemas, das unseren Geist, unsere innere Haltung und unser Denken Schritt für Schritt transformiert. Dazu eine kurze Einführung mit den Worten von Marshall Rosenberg selbst:
Gewaltfreie Komminkation (GfK) enthält vier Teile von Informationen, die uns helfen, das mitzuteilen, was gerade in uns lebendig ist. Diese vier Dinge sind lebendig in allen menschlichen Lebewesen. Es gibt also keinen Weg so zu kommunizieren, dass wir uns von anderen verschieden fühlen, sondern wir teilen unsere Gemeinsamkeiten.
Zuerst einmal drücken drücken wir aus, was wir gerade beobachten, was wir wahrgenommen haben, was geschieht, was wir gehört haben, was wir gesehen haben. All das ist quasi messbar. Es ist, was wir in nüchterner Klarheit beobachten.
Das nächste ist, dass wir in uns hineinhorchen und darauf achten, was wir fühlen, welche Emotionen wir gerade erfahren.
Verbunden mit unseren Gefühlen sind unsere Bedürfnisse. Das ist die 3. Komponente. Wenn unsere Bedürfnisse erfüllt werden, erfahren wir Gefühle, die angenehm sind und wertvoll erscheinen. Wenn sie nicht erfüllt sind,erfahren wir Gefühle, die unangenehm und schmerzhaft sind.
Die 4. Komponente ist dann eine klare Bitte, was der andere tun kann, um unser Leben zu bereichern. Und wir möchten auch gewährleisten, dass diese Bitte und nicht als Forderung herüberkommt.